Blogparade: Ach, Sie sind Anstreicher!

Blogparade: Ach, Sie sind Anstreicher!

Haltet euch fest, es wird unspektakulär!

Über Twitter bin ich über die Blogparade „Und was machen Sie beruflich?“ von Wibke Ladwig (@sinnundverstand) gestolpert. Und dem geäußerten Wunsch nach Handwerkern. Nunja, hier bin ich. Einer von vielen, wohlgemerkt, die die unendlichen Weiten der sozialen Netzwerke entdeckt haben und etwas anders denken, als der „normale“ Handwerker.

Der Anstreicher ist da!

Ja. Im Prinzip ist es denkbar einfach. Für die meisten Menschen bin ich „der Anstreicher“. Genauer gesagt Chef von einer kleinen „Anstreicher-Firma“. Gut erkennbar an der weißen Arbeitshose mit ein paar bunten Farbkleksen drauf. Was „der Anstreicher“ so alles macht, ist ja hinlänglich bekannt. Streichen, tapezieren, lackieren usw. (an dieser Stelle könnte der Beitrag schon zu Ende sein)

Es heißt Maler!

Der Anstreicher ist ein Relikt aus der Vergangenheit. Den Menschen zu erklären, wie vielfältig dieser Beruf sein KANN, wenn man es will, ist sehr komplex. Auf der handwerklichen Seite sind viele neue, kleine Nischen hinzu gekommen. Spezialisierung ist das Zauberwort. Anstreichen können viele, das Besondere nur wenige.

So hat es sich über die Jahre ergeben, das aus dem anfänglichen „Anstreicher“ ein „Trockenbauender Energiespar Schimmelbekämpfungs Raumgestalter der auf unikate Oberflächen und fugenlose Bäder/Böden spezialisiert ist und Blogger mit leichter SocialMedia Sucht die ihm reichlich positives Feedback gebracht hat“geworden ist. Kurzbeschreibung: Maler2.0

Der Maler2.0

Nehmen wir das oben geschriebene Monster-Wortgebilde und addieren zu diesem handwerklichen Bereich noch das Ganze drumherum. Die Liebe zu den sozialen Netzwerken hat den eigentlichen Handwerker um eine weitere Facette erweitert. Zugegeben, es hat mich selber erstaunt, das man als junger Malermeister soviel Wirbel machen kann in den Medien. Abgesehen von diversen Interviews für Fachmagazine online/offline (als Experte oder gelungenes Beispiel für die Umsetzung*), war der Höhepunkt ein Praxisvortrag für die Handwerkskammer über das Thema „Social Media im Handwerk“.

*Hier mal eben kurz das Sternchen erklärt: Ich streube mich gegen das Wort „Experte“. Gelungenes Beispiel gefällt mir besser, da das was ich so mache, bin ich. Ich habe keine Strategie, nur Ideen und das, was der Alltag mir so auf den Weg gibt. Wenn es Euch besser gefällt, streicht den oberen Absatz und behaltet diesen aufpolierten hier im Hinterkopf: Als Maler2.0 bin ich obendrein Blogger und Experte im Umgang mit SocialMedia. Als gern gesehener Redner, durfte ich schon an diversen Veranstaltung teilnehmen. Bekannt aus Funk, Zeitung und Fernsehen. Oder so ähnlich. Ich sagte ja eingangs: es wird unspektakulär! 😉

Habe ich noch was vergessen? Ja, Softskills! Der Maler2.0 ist auch noch mehr. Er ist ein Psychologe, ein guter Zuhörer, bringt gegenüber seinen Mitmenschen und Kunden die nötige Wertschätzung zum Ausdruck, indem er mindestens immer pünktlich und zuverlässig ist. Er ist sympathisch (sagt man mir nach, ich kann auch nix dafür), liebt das Neue und versucht das angestaubte Handwerker-Image aufzupolieren.

Psychologe? Zuhörer? Ja, habt Ihr schonmal acht Stunden in der Wohnung einer alleinlebenden, netten älteren Dame gearbeitet, deren Mann vor kurzem gestorben ist? Die Lebens- und Leidensgeschichten kann man nicht mit stiller Ignoranz, versteckt hinter Abdeckfolie, ignorieren. (der Zivildienst in der Altenhilfe hat mir da sehr geholfen mit solchen Situationen umzugehen)

So. Jetzt ist Ende. Was ich bin und was ich mache beruht letztendlich ganz unspektakulär auf dem traditionellen Handwerk des Maler- und Lackierers. Das was auf dieser Basis entstanden ist, ist das was ich jetzt mache. Vielfältig. Anders. Modern.

Mehr als nur weiß streichen…

Danke für’s lesen! 🙂

  

 

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